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Nymphentag 65

im Vordergrund bin ich mit dem Ton GrammaTaus beschäftigt, diesem Hineintasten in die große Dunkelheit menschlicher Wahrnehmung, überhaupt geht es mir um diese Wahrnehmung, die so unklar gestaltet ist, dringe in Bereiche vor, wo noch nie ein Dichter gewesen ist, bleibe hier aber am Rand stehen und bröckle, doch nur oberflächlich; innerflächlich datiere ich die Ewigkeit, ich gehe fremd=chronologisch vor, bearbeite eine Vielzahl an Einschlägen, in die ich dann steigen muß, um Proben zu nehmen, ob noch eine strukturelle Semantik vorhanden sei, ob noch eine Prototypensemantik im Gestein liegt, und ob beide unter den neuen Bedingungen gehalten werden können. Mein Wort lautet deshalb diffus. Diffusion, um im Nebel zu existieren, um eine Bildstörung zu beheben, die überall ersichtlich ist. Wo man winkt, verschwindet die Hand hinter einer Wankelbewegung, diesen Ton

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Schellack

Sprecher: Michael Perkampus / Claudia Maulwurf / Fafnir Fiedler

»Auch ich möchte wissen, wer Sie sind« sagte sie. Ich ließ sie stehen und ging nach nebenan. Kurz darauf kam sie herein, erschüttert ob meines Verschwindens, aber ich zuckte mit den Schultern, als ich sie so schüchtern stehen sah, das Licht aus dem Nebenraum über ihre Schultern geworfen. Dieses Licht beleuchtete nichts und nahm ihr für einen Augenblick die Ziselierung aus dem Gesicht. »Was tun wir nun? Was fangen wir an?«
»Wir hören uns ein paar Aufnahmen an - Tonband, oder besser: das gute alte Schellack!«
»Die Läuse?« Ihre Augen traten ins Dunkel.
»Ja. Gibt es nicht mehr. Die Platten sind schwer, schmerzen aber wundervoll, wenn man sie auflegt.«
»Sie tun so, als würde ausgerechnet ich Ihnen zuhören.«
»Ich weiß.« Ich fühlte mich ertappt, doch dem durfte man keine Träne nachweinen. Sie stand noch immer im Türfutter. »Schließen Sie doch die Tür, wenn Sie noch etwas bleiben wollen!«
Sie schloß und schloß. "Dann ist di…

Pure Freude

Um kurz vor Zehn hat es geklingelt. Wie immer ist Carl wie ein gescheuchter Hahn aufgesprungen. Seele pur, wie sie sich unmittelbar zeigt, ist ihr niemals ein Fell gewachsen. Es war die Post, die uns eine Rolle mit Schätzen aus Österreich übergab. Anbei lag ein lieber Brief von Erik, der von Liberatore Illustrator als Bote auserkoren wurde mir eine Zeichnung und zwei ASH Comic-Ausgaben zukommen zu lassen, da wir es nicht zu dem Wiener Treffen geschafft haben. Er selbst hat auch ein Bild und zwei Ausgaben, die er mit Text und Bild gestaltet hat, dazugelegt. Ein Geschenk von ihm an uns beide. Und so haben wir uns auch verhalten, wie Kinder unterm Weihnachtsbaum.




Liberatore und Erik sind absolut starke Zeichner. Und wir können es immer wieder kaum fassen, dass diese beiden nun mit uns zusammenarbeiten und wir mit ihnen. Dafür haben wir besonders Doc Nachtstrom zu danken, dem Captain Fantastic des Äthers.


Für beide Zeichnungen werden wir Rahmen kaufen. Sie erhalten ihren Platz in unserem…

Dopplereffekt

Damals auf dem Schrank wähnte ich mich unsichtbar, denn auch den Staub hatte niemand bemerkt, seine Jahresschichten intakt. Es fehlte nicht viel zur geweißten Rauhputzdecke. Das Gesicht in Deckennähe, der Grund und Boden so weit unter mir. Wenn ich über den Holzrand spähte, überkam mich das Gefühl der Fremde, wenn ich fallen würde, fiele ich in eine Welt, die ich augenblicklich verlassen hatte, um Höhe zu spüren, die Stimmlage dieser Höhe, ein Käfer, der sich tarnt, an Ort und Stelle verharrt. Da hatte ich einen einen kurzen künftigen Blick erhaschen können, nichts daran war spektakulär, keine Posaune, keine Hydra, die ein Tor bewacht, kein epileptischer Anfall, nur die Wand mit ihren Poren, ein Wink aus der Zukunft. Das konnte nur bedeuten: es gab diese Zukunft, ich war bereits dort zugange, darauf wartend, daß ich aus dem Jetzt ankam. Dort angekommen widerfährt mir ein Déjà-Vu, ein Dopplereffekt im Hirn, jedoch keine 'Fausse reconnaissance', nichts, was da nicht sein dürfte.…