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Sonntagsweisen

Was ist das Magische, an tristen, wolkenverhangenen Tagen voller Nichtstun und Melancholie, das die Vergangenheit in solch lebendigen Bildern hervorzurufen vermag. In jedem Gesicht sieht man Freunde, geliebt und gehasst, Anvertraute aus früheren Zeiten, beiderlei, lebendig und begraben und auch die, zwar noch lebendig, aber sonst schon lange im Herzen begraben liegen. Jedes Gebäude, jede Ecke gebietet einem über das Verstrichene nachzudenken, über die Dinge, die vorbei sind, die man nicht mehr zu ändern vermag. Man rüttelt an der Zeit wie an einem Apfelbaum im Herbst, schüttelt die Früchte aus seiner Krone und hört sie ringsum zu Boden plumpsen. Hin und wieder wird man dabei ganz unvermutet am Kopf getroffen, wenn man zu heftig rüttelt und dabei nicht acht gibt.“

So schrieb ich vor zwölf Jahren in meinem ersten Roman, und es ist immer noch gültig. Die Hitze ist endlich gebrochen, ich spaziere aufgeregt durch das Nieselwetter und finde die Welt dort, wo ich sie zurückließ: am Grund des friedlichen Sees, der Sonntag heißt. Geschichten tümpeln träge vorbei. Ich lese Monstress und liebe es.

 Sonst heute nichts für mich. Danke.

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