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Nymphentag 31

Und heute habe ich die Coverentwürfe von Michael Liberatore für die Miskatonic Avenue in voller Farbpracht gesehen. Sie sind - wie nicht anders zu erwarten  - grandios. Und natürlich kommen mir Szenen, die sich in seinem Stil bewegen, für die "Sandsteinburg" in den Sinn, leider eine Unmöglichkeit in seinen Auswüchsen, aber in Gedanken redlich.

Lange war Ruhe eingekehrt, aber jetzt habe ich wieder einen Stalker, wenn auch nur per Mail, einer, der der Sprache nicht mächtig ist und sich "Ulrich Weissbach" nennt, ein Allerweltsname. Achten Sie bitte auf die kongeniale Komposition:

Na du kleine....... Dieb wen hast denn jetzt wieder versucht zu betrügen??? Wir beobachten dich.... Denke daran. Wir wissen sogar wenn du wich..... Du kommst nie drauf weil du denkst wir oder ich bin dein Freund. I h bin aufgeklärt über dich. Jetzt geht es anders ruuuuuuu......

Wir kennen keine Zeit und keine Epochen, dem Linearen trauen wir kein Erfassen zu. Und vielleicht applaudieren wir dem zunehmenden Zerfall, der uns im Zeitalter der Analphabeten zeigt, das nie etwas gewonnen, aber auch nie etwas verloren wurde. Was Dichtung ist, das wissen nur jene, die sich ihr verschreiben, und wir tafeln Stund' um Stund' mit den toten Ahnen und beleben und neubeleben ihre Wahrnehmungen, weil es in dieser unendlichen Bibliothek kein Altmodisches, kein Modernes gibt, sondern nur das Kriterium des Ästhetischen. Damit sage ich schon recht, dass engagierte Literatur keinen eigentlichen Wert besitzt, dass aber das, was zu einem Engagement vielleicht verleitet, ein Poetikum enthält, das aber versäumt wurde und wird, zu gestalten. Der politische Mensch ist das Gegenteil des ästhetischen. Das Entscheidende aber ist die Wahrnehmung, denn Sprache ist ein Instrument der Wahrnehmung.  Nichts hätte ich dagegen, wenn sich die Massen durch Grunz-, Klick- und Zischlaute verständigen würden – sie sind auf dem Weg dorthin – und wir Dichter verstehen diese armen Teufel : sie sind auf der Suche – nicht nach Nahrung – sondern nach dem geistigen Bankrott, sie sehnen sich nach Körperlosigkeit, ein reines Signal zu sein, abgesondert und geborgen von einer universellen Maschine. Das sind die Stände, die uns die Milch ausschwitzen und klickend ihr Geschäft verrichten.

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