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Leerzeichen zählen nicht

Absatzweise nehme ich zwischendurch die Verfolgung auf. Aber ich bleibe ein gutes Stück zurück, um von der Glut, die zwischen den Betonwänden hängt, nicht allzuschnell enttarnt zu werden. Ich habe das Flüstern des Ventilators zu schätzen gelernt. Es ist mein Wegweiser durch den Tag, dem ich heute meist mit geschlossenen Augen hinterherzuckle.

Es stört nicht, dass heute nicht viel weitergeht. Es wird eine kurze Geschichte. Sie ist von vornherein durch eine vorgegebene Zeichenzahl limitiert. Genauso wie es hoffentlich die heimtückische Hitzewelle ist. Ich versuche sie zu ignorieren, aber sie erklärt mir offiziell den Krieg und läuft streitsüchtig wieder und wieder Sturm auf mein befriedetes Heim. Mittags komme ich drauf, dass ich mir sogar die Abstände sparen kann. Sie zählen nicht. Das gibt mir etwas mehr Platz. Ich versuche mich kurz zu fassen. Versuche, meinen Rhythmus den Anforderungen anzupassen. Ich achte pedantisch darauf, mich nicht schon wieder zu verzetteln. Nun ist es an der Zeit, den Beweis zu führen, dass es geht. Dass ich den Anforderungen gewachsen bin.

Ich träume heute vom Erfolg, aber nicht aus den üblichen Gründen. Ich träume vom Haus im Norden. Vom Haus am stürmischen Meer, in den hohen Bergen, im ewigen Eis. Hauptsache ein Ort, wo ich mich auf geeigneterem Terrain besser gegen die Hitze und die langen Tage schützen kann.

Melvin und ich lecken an Eiswürfeln zum Nachtisch. Das ist unser trotziges Statement zum Hochsommertag. 

Kommentare

  1. Short poem

    Heute: Pisswarm.
    Kein Baum wehte.

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    1. Lieber Freund, was für ein Sommer! Ich denke Sie mir im Zimmer sitzen, mehr Omelette als Mensch.

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